Kooperationsfilm mit dem Jüdischem Museum Hohenems

Shoah

Mehr als zehn Jahre arbeitete Claude Lanzmann an dieser mittlerweile „klassischen“ und zugleich monumentalen Dokumentation der systematischen Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten. Nach dreieinhalb Jahren Recherche sowie Dreharbeiten, die sich über fünf Jahre hinzogen, entstand in einem vierjährigen Montageprozess aus dreihundertfünfzig Stunden Material ein neuneinhalbstündiger Film. Der Film zeigt kein historisches Material und setzt nicht auf optische Schocks. In langen Interviews mit Opfern und Tätern, in meditativen Bildern von den Orten des Geschehens 40 Jahre danach, zeigt der Film die Ereignisse der Vergangenheit im Spiegel der Gegenwart. Eine Dokumentation, die nicht Daten sammelt oder Zahlen tabelliert, sondern den Zuschauer am Prozess der Erinnerung beteiligt, ihn auf direkte und schmerzhafte Weise mit den Augenzeugen konfrontiert, deren Schweigen durch die insistierende Anwesenheit der Kamera und die teilnahmsvolle Hartnäckigkeit des Regisseurs gebrochen wird. Shoah ist einer der bedrückendsten und zugleich beeindruckendsten Filme über die Todesfabriken des Dritten Reichs, weil er die üblichen Methoden der „Vergangenheitsbewältigung“ und ihre filmische Darstellung radikal in Frage stellt.

Regie: Claude Lanzmann | Frankreich 1974–85 | Dokumentarfilm | OF mit dt. UT | 566 Minuten | Wir zeigen den Film in voller Länge mit entsprechenden Pausen.

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